Wieder ist eine Woche fast zuende. Sonntage zähle ich irgendwie generell nicht dazu, an denen passiert sowieso nie irgendetwas Spannendes :) .

Was ist diese Woche so alles passiert? Nun, wie immer war es eigentlich recht friedlich. Dieses Semester hat mein Unialltag irgendetwas von Schule. Das Geordnete und nicht ständig so chaotische, was wohl daran liegt, dass meine Tage immer ungefähr gleich ablaufen. Allerdings war diese Woche ja Feiertag, auch mal sehr erfreulich. Die Zeit habe ich gleich wieder für die Uni genutzt. Ich habe noch drei Referate zu halten und wie sich herausstellt, sind alle Drei kompliziert.

Das Erste muss ich in Philosophie halten, über einen Abschnitt aus den Prinzipien der Moral von David Hume. Zwar ist er wegen der Übersetzung deutlich besser zu verstehen, als beispielsweise deutsche Philosophen, aber bei ihm darf man nicht zu schnell lesen, sonst übersieht man womöglich wichtige Fakten, die zum Gesamtverständnis beitragen. Das zweite Referat halte ich in meinem Seminar über Parzival. An sich ist das relativ einfach zu verstehen (wenn man von dem mittelhochdeutschen Originaltext absieht), allerdings verlangt unser Dozent von uns, dass wir uns intensiv damit beschäftigen, das heißt, auch möglichst viel Literatur sammeln. Darum war ich gestern schon in der Bibliothek und habe den Kopierer gequält, mir teilweise sogar ganze Bücher kopiert, weil die alle im Semesterapparat stehen und nicht ausgeliehen werden können. Außerdem habe ich den Tediam auch noch bitten müssen, einiges zu kopieren, weil es vieles bei uns in der TU-Bibliothek nicht gibt. Das dritte Referat halte ich in dem Lektürekurs der ASW und das hat es echt in sich. Daraus muss ich jetzt mal was zitieren und wer mir den Satz erklären kann, bekommt von mir ein fiktives Bonbon geschenkt :D : „Ziel ist es, durch Auswahl der n < m höchstrangigen Faktoren (m ist die Anzahl der Variablen) die Inputmatrix (in der jeder der k Texte durch m Variablen beschrieben wird) durch einen Raum niedrigerer Dimensionalität zu approximieren, auf dem wiederum Algorithmen zur Textähnlichkeitsmessung oder Clusteralgorithmen operieren können, wobei jene Faktoren herausgefiltert werden, die aufgrund der geringen Varianz, die sie erfassen, uninformativ sind.“ Ich werde definitiv zu meiner Dozentin gehen und dann soll sie mir den Scheiß erklären, ich kann damit jedenfalls nichts anfangen. Allerdings war das auch noch nicht mal der schlimmste Satz in dem ganzen Text :( .

Highlight dieser Woche sind ebenfalls wieder die Referate. Letzte Woche hatte in David Hume ja schon ein Kommilitone seinen Vortrag gehalten, eher als Vorlesung als alles andere. Diese Woche war niemand für einen Beitrag eingeteilt, aber sogleich schnellte seine Hand nach oben und er meinte: „Aber ich hab was vorbereitet.“ Alles stöhnte schon wieder leise, der Dozent, auch unsicher, gibt schließlich nach und lässt es zu, dass dieser Mensch da vorne wieder eine Vorlesung hält und zwar gänzlich fernab des Textes. Irgendwann meinte unser Dozent dann: „Aber das steht doch gar nicht da drin. Sie sollen nicht ihre eigene Meinung, sondern die von Hume referieren.“ Alle haben sich gefreut, der Vortrag wurde unterbrochen, der Kommilitone stand immernoch vorne, quatschte dem Dozent ständig dazwischen. Da meldet sich einer aus den hinteren Reihen und meint: „Können wir die Diskussion nicht ohne den Vortrag machen?“ Hihi. Der Kommilitone sich also hingesetzt, zwei Sitze vor mir. Spielt der sich die ganze Zeit wieder an seinen Akne-Pickeln rum und riecht dann an seinen Fingern. Eines der Pickel war so groß, dass ich Angst hatte, es würde aufplatzen und ich würde in Eiter versinken. Buddha, war ich froh, als die Stunde zuende war (auch weil ich dem seine Selbstgespräche da vorne nicht mehr ertragen konnte. Yvonne meinte später noch zu mir, sie habe mal neben ihm gesessen und er habe wohl irgendetwas von wegen „Ich werde ihn töten.“ vor sich hingeredet. Zuzutrauen wäre es ihm… :D ). Danach war allerdings wieder Referat angesagt und zwar mein Eigenes, mit Yvonne zusammen. Das war aber echt lustig. Yvonne hat die Leute richtig zum Mitmachen motiviert (indem sie sie einfach aufgerufen hat :D ) und ich habe für zwei Lacher gesorgt, als ich die Abkürzung für Sport Utility Vehicle (SUV) wie Suff ausgesprochen habe und als ich meinte, mein Text sei „männlicher“ gewesen. :) Alles in allem war es sehr gelungen, vor allem weil unsere Dozentin noch sehr jung ist, auch Feierabend machen wollte wegen dem Hexenbrennen und deshalb eine Dreiviertelstunde früher Schluss gemacht hat :D .

Ein großer Festtag ist im Übrigen heute. Heute ist nämlich der Geburtstag von Tsaziki. Sie wird heute zwei Jahre alt. (Gleichzeitig ist es leider auch der Geburtstag meiner verstorbenen Oma, aber so feiern wir ein bißchen für sie mit, auch wenn sie es nicht mehr erleben kann :) ).

Im letzten Wochenüberblick hatte ich ja gefragt, was ein Rintzel ist, aber da sich niemand dazu geäußert hat, gibt es auch keine Auflösung :P .

Als letzten Beitrag für diese Woche hier noch ein kleines mittelhochdeutsches Liedchen von Reinmar dem Alten:

Ich wirbe umb allez daz ein man ze wereltlîchen froiden iemer haben sol. daz ist ein wîp der ich enkan nâch ir vil grôzen werdekeit gesprechen wol. lob ich si sô man ander frowen tuot, dazn nimet eht sie von mir niht für guot. doch swer ich des, sist an der stat dâs ûz wîplîchen tugenden nie fuoz getrat. daz is in mat.

Si ist mir liep, und dunket mich daz ich ir volleclîche gar unmaere sî. nu war dar umbe? daz lîd ich, und bin ir doch mit triuwen staeteclîchen bî. waz obe ein wunder lîhte an mir geschiht, daz si mich eteswenne gerne siht? sâ denne lâze ich âne haz, swer giht daz ime an froiden sî gelungen baz: der habe im daz.

Als eteswenne mir der lîp dur sîne boese unstaete râtet daz ich var und mir gefriunde ein ander wîp, sô wil iedoch daz herze niender wan dar. wol ime des deiz sô reine welen kan und mir der süezen arebeite gan. des hân ich mir ein liep erkorn dem ich ze dienste, und waere ez al der welte zorn, mouz sîn geborn.

Swaz jâre ich noch ze lebenne hân, swie vil der waere, irn wurde ir niemer tag genomen. sô gar bin ich ir undertân daz ich unsanfte ûz ir genâden möhte komen. ich fröu mich des daz ich ir dienen sol. so gelônet mir mit lîhten dingen wol: gelobe eht mir, swenn ich ir sage die nôt diech inme herzen von ir schulde trage dick inme tage.

Und ist daz mirs mîn saelde gan deich abe ir redendem munde ein küssen mac versteln, gît got deichz mit mir bringe dan, sô wil ichz tougenlîche tragen und iemer heln. und ist daz siz für grôze swaere hât und vêhet mich dur mîne missetât, waz tuon ich danne, unsaelic man? dâ heb i’z ûf und legez hin wider dâ ichz dâ nan, als ich wol kan.

Au revoir, Robbie.