…ist der Empirist David Hume. Und um euch mal zu zeigen, was Robben alles in der Seehunduni lernen, hier mein Referat zum Thema „Über die Prinzipien der Moral“ von David Hume.

Eigenschaften und Gewohnheiten können Mängel sein, wenn sie nachteilig für die betreffende Person sind und sie beispielsweise von der Arbeit abhalten. Solche Eigenschaften sind Faulheit, Nachlässigkeit, Mangel an Ordnungssinn und Methode, Starrsinn (den Hume schon im ersten Abschnitt verurteilt), Unbeständigkeit, Unbesonnenheit und Leichtgläubigkeit. Diese Mängel fallen jedem sofort auf und werden missbilligt.
Jedoch sei keine Eigenschaft weder absolut tadelnswert noch lobenswert. Die wahre Tugend ist durch die Mitte gekennzeichnet und die Mitte wird durch die Nützlichkeit bestimmt.
Beispiel: Schnelligkeit
Sie ermöglicht zwar die prompte Erledigung der Geschäfte, kann aber in übertriebenem Maße auch zu voreiligen Unternehmungen führen, die dann scheitern. Bei allen Eigenschaften sei ihre Zweckmäßigkeit zu bestimmen, um das entsprechende Mittelmaß zu finden. Im fünften Abschnitt hat Hume bereits erwähnt, dass es nicht ausschließlich die Selbstliebe ist, die für uns bestimmt, was nützlich ist und was nicht.So führt er nun an, dass einige Eigenschaften nur der betreffenden Person zugute kommen, aber nicht uns selbst, so dass die Selbstliebe nicht ausschlaggebend sein kann. Zumindest nicht vorwiegend. Seine Erklärung dafür, ist darauf begründet, dass unsere Gefühle und Ansichten mit einer Person, deren Tugenden wir begehren, nicht zu vereinen wären. Wir können uns nicht gleichzeitig in den Körper eines Anderen wünschen, um uns seine lobenswerten Eigenschaften anzueignen und auch in unserem Körper verbleiben. Wenn wir uns nach Eigenschaften und Tugenden sehnen, so liegt dies daran, dass wir sie selbst nicht besitzen und unsere Mängel könnten sich nie mit den positiv bewerteten Verhaltensweisen des Anderen verbinden.Obwohl wir selbst sie vielleicht nicht besitzen, so lösen diese Talente, die einem anderen Menschen zu Ansehen und Erfolg verhelfen, dennoch Wohlgefallen und Achtung in uns aus.
Glück, Freude, Erfolg und Wohlstand begünstigen die Gefühle von Sympathie und Menschlichkeit in uns. Wohlgemerkt aber nur da, wo kein Neid und Rachsucht herrscht.
Ein Mensch, der vollkommen gleichgültig gegenüber seinen Mitmenschen ist, kann nicht zwischen schädlichen und nützlichen Eigenschaften entscheiden können. Wäre ein Volk vor die Wahl von Ruin oder Wohlstand gestellt, würde er keine Entscheidung treffen können. Er ist nach Hume ein Ungeheuer.Dagegen würde ein anderer Mensch und sei er noch so selbstsüchtig, sehr wohl unterscheiden können, was schädlich und was nützlich ist. Und eben jene Unterscheidung ist der moralischen Unterscheidung von Gut und Böse sehr ähnlich. Wir sind für beide Unterscheidungen gleichermaßen empfänglich.
Im Folgenden liefert Hume Beispiele dafür. Besonnenheit sei eine erstrebenswerte Eigenschaft, aber zu lange zu zögern kann seine Nachteile haben. So muss der Kriegsherr abwägen, was für den entscheidenden Moment am Nützlichsten wäre.Einen hohen Rang sprechen die Menschen nur jenem zu, der sich den Gegebenheiten seiner Zeit anzupassen vermag.Nützliche Eigenschaften stehen aber auch in Verbindung zueinander. Wer eine Tugend hat, sollte notwendig Weitere besitzen, damit der Nutzen der einen Eigenschaft nicht verloren geht.
So nennt Hume den Fleiß und die Ausdauer als positive Verhaltensweisen, wie bei der Schildkröte im Wettstreit mit dem Hasen, oder dem fleißigen Bauern, der eben noch ein Stück mehr Feld bestellt, als er für seinen Lebensunterhalt nötig hätte. Aber dieser Fleiß muss in Zusammenhang stehen mit Sparsamkeit. Denn niemand sollte mehr ausgeben, als er erwirtschaftet, sonst nützt ihm all der Fleiß nichts. Er wird seinen Reichtum verlieren und arm werden.Und jemand, der schon mit einem hohen Einkommen nicht klar kam, wird auch mit niedrigem Einkommen nicht zurecht kommen, im Gegenteil, er wird sich noch schwerer daran tun.Er wird sich gar so verhalten wie ein von Platon beschriebener Geist, der zu seinem Grab zurückkehrt, um seine ihm Sinnesempfindungen gebenden Organe zu suchen. Er wird die Nähe von Festen und Gesellschaften suchen, um sich in dem Reichtum anderer zu sonnen und vielleicht auch um das Gefühl seines eigenen, nicht mehr vorhandenen Reichtums wieder zu spüren. Dies sei aber nach Hume vollkommen verabscheuungswürdig, dieser Mensch werde gehasst.Verschwendungssucht ist das eine Extrem, das nur der einzelnen Person schadet, viel schlimmer sei noch der Geiz, da die betreffende Person keinen Nutzen aus ihrem Reichtum zieht und auch sein soziales Verhalten beeinträchtigt wird.
Gleichzeitig sind nützliche und lobenswerte Eigenschaften auch noch Grundlage für komplexere, gesellschaftliche Kontexte. So sind Ehrlichkeit, Treue und Wahrhaftigkeit nicht nur für die betreffende Person von Vorteil, sondern sie ermöglichen auch, dass andere Menschen Vertrauen zu ihm aufbauen, was als Quelle seines Ansehens gelten kann.Verachtung wird dagegen jenen zugetragen, die ihre Pflicht, sich selbst und der Gesellschaft gegenüber nicht erfüllen.Dies sei auch die Hauptquelle jeglichen Tadels, den eine unkeusche Frau zu ertragen hat. Ist sie nicht treu, vernachlässigt sie ihre einzige Pflicht gegenüber dem Mann und der Gesellschaft und kann dies durch nichts wieder gut machen, anders als ein Mann. Sie hat das Vertrauen wohl für immer verloren.
Weiterhin nennt Hume die Willensstärke als einen Weg hin zum Glück, nachdem die Menschen bekanntlich alle streben. Die meisten Menschen aber werden durch ihre Gefühle von anderen positiven, aber niedriger angelegten Freuden abgelenkt und verlassen ihren angestrebten Pfad. Nur ein Mann, der starken und entschlossenen Charakters ist, kann seinen Entscheidungen treu bleiben.
Die negativste Eigenschaft, die ein Mensch aber haben kann, ist seine Nutzlosigkeit. Hume führt das Beispiel der Selbstliebe heran, die jedem Dummen und Weisen bis zu einem gewissen Grad zukäme. So meint er, dass man wahrlich viele Verschmähungen und Beleidigungen ertragen könnte, wohl aber nicht die, dumm genannt zu werden. Da Dummheit für Unbrauchbarkeit, Nutzlosigkeit steht.Klugheit, egal, ob sie auf hoher Bildung oder gesundem Menschenverstand beruhe, sei dagegen nützlich und immer in der jeweiligen Situation des Menschen nach ihrem Grad der Nützlichkeit einzustufen. Dummheit aber sei völlig nutzlos.Mit den Bräuchen und Sitten der Menschen ändern sich aber auch die Nützlichkeit und der Wert von Eigenschaften, so dass wiederum der sich glücklich schätzen kann, der sich in einer Situation befindet, die seinen Talenten angemessen ist oder er muss sich eben, was mehr Hochachtung verdient, anpassen.Über Tugenden und nützliche Eigenschaften wie Gemeinschaftssinn und Wohlwollen aber nur zu predigen und doch falsche Tatsachen einzustreuen oder sich selbst nicht daran zu halten, bringt aber nur Ärger über jene Eigenschaften auf. Diese Abneigung geht aber niemals so weit, dass wir den Wert dieser Eigenschaften negieren würden.
Solche positiven Verhaltensweisen sind: Besonnenheit, Vorsicht, Unternehmungsgeist, Fleiß, Beharrlichkeit, Genügsamkeit, Sparsamkeit, Vernünftigkeit, Klugheit, Unterscheidungskraft, Mäßigkeit, Nüchternheit, Geduld, Beständigkeit, Ausdauer, Vorsorge, Rücksichtnahme, Verschwiegenheit, Ordnung, Liebenswürdigkeit, Anstand, Geistesgegenwart, rasche Auffassungsgabe, Gewandtheit im Ausdruck.
Sie nützen aber nur ihrem Besitzer und erheben keinen Anspruch auf sozialen Verdienst, so dass sie weniger Eifersucht auslösen. Außerdem eröffnen sie den Weg für andere moralische Vorzüge wie Menschlichkeit, Patriotismus und Wohlwollen.Diese Tugenden unserer Selbstliebe wegen zu schätzen, sei jedoch schwierig, weil sie auf die jeweilige Person gerichtet sind. Das bedeutet, dass wir nicht gänzlich gleichgültig gegenüber anderen Menschen sein können. Das Glück Anderer erfreut, ihr Leid betrübt uns.
Sind aber auch andere Faktoren wie Schönheit und Reichtum für unsere Einschätzung, ob etwas nützlich oder schädlich ist, verantwortlich?Die früheren Philosophen setzten äußere mit geistiger Schönheit doch zumindest in ein Ähnlichkeitsverhältnis und auch Hume meint, dass alle Arten der Achtung, egal, auf welcher Basis, sie sich begründen, ähnlich zueinander sind.So sind die richtigen Proportionen eines Pferdes nicht nur als schön anzusehen, sondern sie ermöglichen auch, das Pferd zum Reiten vorteilhaft nutzen zu können.Schönheit steht in einem gewissen Maß auch für Gesundheit, für Kraft und Leben. Nützlichkeit, aber auch Schädlichkeit entscheiden zu einem Teil aber auch darüber, was wir schön finden.Hume versucht dies an dem Beispiel der Impotenz, die Unbrauchbarkeit indiziert, weil sie keine Fortpflanzung ermöglicht, und an der Bildhauer und Malerei zu zeigen. So seien Figuren, die nicht in einem Gleichgewicht sind, nicht schön anzusehen, weil sie immer das Gefühl des Schmerzes erwecken.
Ähnlich steht es mit dem Reichtum. Sind schon Eigenschaften, die eine Vermehrung von Ansehen und Reichtum begünstigen, als positiv bewertet, so hat bestehender Reichtum noch mehr Einfluss auf unsere Achtung, wie Humes Beispiel des Kriegsgefangenen in hoher Stellung zu belegen sucht.Auch hier kann die Selbstliebe nicht als Quelle unserer Achtung angebracht werden, denn wir können nicht in erster Linie erwartet, dass der Reichtum mit uns geteilt wird. So achten wir auch Tote, die sich Ansehen und Reichtum erworben haben, von denen wir aber noch viel weniger erwarten können.Reichtum verbinden wir automatisch mit Annehmlichkeiten, mit ausschließlich positiven Assoziationen. Armut dagegen strafen wir mit Verachtung, da Armut von Leid spricht, von Ekel erregenden Zuständen.Dennoch mischt sich bei unserem Gefühl von Achtung gegenüber dem Reichtum auch immer der Neid mit ein, der bis zum Hass führen kann. Während wir für die Armen Mitleid und so zu einem Teil auch Wohlwollen empfinden.Hume scheint diese Gefühle aber andererseits auch zu verachten, wenn er schreibt, dass Menschen, die diese lächerlichen Vorurteile abgelegt haben, frei von der Bewertung des Einkommens eines Anderen sind.Vielmehr ermöglicht es, den Menschen charakterlich einzuschätzen, selbst wenn ein Reicher und Angesehener auch mit mehr Ehrerbietung behandelt wird.
Hochachtung vielleicht auch vor Adligen, die durch ihre Geburt all das Ansehen und den Reichtum erworben haben, aber zur Trägheit neigen. Wobei die, die sich ihren Reichtum hart erarbeiten, oft der Korruption fallen. Erstere sind in einer Monarchie zu finden. Letztere in einer Republik. Jede Regierungsform beeinflusst durch den Ausdruck ihrer Nützlichkeit aber dennoch die Gefühle der Menschen.

Hume ist großartig. Schon Schopenhauer schreibt, dass man aus einer Seite von Hume mehr herauslesen kann, als aus Hegels, Herbarts und Schleichermachers gesamten Werken. Zumal man Hegel nicht versteht ;) . Hegel ist wirklich hoch kompliziert. Wir mussten nur mal einen Aufsatz von ihm lesen und nach zwei Zeilen war mir klar: „Du kannst es lesen, aber du wirst es nie verstehen.“ Wer sich denn mal in Philosophie versuchen will, sollte deshalb mit Rosseau oder Hume anfangen. Empiristen sind immer ganz nett oder die heutigen Konstruktivisten. Hume ist jetzt jedenfalls erstmal Robbes Lieblingsphilosoph, bis zum nächsten Semester. :D