Es wird Zeit dem Land meiner Träume einmal ein wenig mehr Würdigung zu kommen zu lassen. In der Öffentlichkeit erfährt man recht wenig über die nordischen Länder. Ab und an mag noch ein Kommentar zu Dänemark fallen, doch das wäre es dann auch schon. Widmen wir uns doch heute einmal Schweden:

Fakten, Fakten, Fakten:
Schweden ist noch immer ein Königreich mit einer parlamentarischen Monarchie.
Es hat eine Fläche von etwa 451000 Quadratkilometern, aber nur knapp 10 Millionen Einwohner (Deutschland hat eine Fläche von ca. 357000 Quadratkilometern, aber etwa 82 Millionen Einwohner, weshalb auf den Quadratkilometer zehnmal soviele Menschen kommen wie in Schweden).
Das schwedische Klima ist relativ mild. Es gibt nur geringe Temperaturunterschiede zwischen Winter und Sommer und es fällt reichlich Niederschlag.
Schweden richtete als erstes europäisches Land Nationalparks ein. Mittlerweile gibt es 28 davon, das heißt 11 Prozent der Fläche Schwedens sind geschützt.
6,7 Prozent der Bevölkerung sind ausländische Staatsbürger, die zumeist in eigenen Vierteln in den großen Städten leben. Auch Deutsche wandern mittlerweile gerne nach Schweden aus und werden vor allem in Südschweden häufig als medizinische Fachkräfte eingesetzt.
Die durchschnittliche, schwedische Frau bringt 1,85 Kinder zur Welt (das arme 0,85 Kind) und liegt damit über dem europäischen Durchschnitt.
Die meisten Schweden sprechen gut Englisch. Viele Filme werden bei den Schweden nicht synchronisiert, sondern nur untertitelt.
75 % der Schweden gehören der evangelisch-lutherischen Schwedischen Kirche an, nur 1,6 % sind römisch-katholisch.
In Schweden besteht eine neunjährige Schulpflicht, danach folgt drei Jahre lang das Gymnasium. Etwa dreißig Prozent der Abiturienten beginnen nach ihrer Schulausbildung ein Studium. Der Analphabetenanteil liegt bei unter 1 %. 95 % der Sechsjährigen gehen bereits in eine Vorschule, in der durch spielerisches Lernen das Kind gefördert wird und ein Übergang in den normalen Schulalltag ohne Probleme gefördert werden soll. Die Schulen und Lehrmittel sind gebührenfrei. In der Grundschule gilt dies auch für die Schulspeisung und den Transport, in vielen Schulen auch in der Gymnasialstufe. Die Grundschule umfasst im Übrigen die gesamten neun Jahre Schulpflicht (anders als in Deutschland, wo bereits nach vier Jahren entschieden wird, wohin das Kind geht). Nach der Grundschule erhalten die Kinder ein Abgangszeugnis, das auch für das Gymnasium emfiehlt. Die meisten Kinder besuchen nach der Grundschule das Gymnasium. Im Gymnasium wird in verschiedene Programme unterschieden. Es gibt theoretische Programme, die für ein Studium vorbereiten und praktische Programme, die auf einen Beruf vorbereiten (würde unserem Bildungssystem auch unendlich gut tun). Nur einige Fächer müssen von allen Gymnasiasten belegt werden. Ob die Schüler das Gymnasium bestehen, hängt, ganz ähnlich wie bei uns, von einer Punktewertung ab.
Die Anzahl der Studienplätze und Kurse ist in Schweden begrenzt. Bei mehr Bewerbern wird ähnlich dem Numerus Clausus ausgesiebt. Studienbeihilfe erhalten alle Studierenden bis 54 Jahre, unabhängig vom eigenen oder vom Einkommen der Eltern und vom Wohnort (man bedenke, dass das bei uns in Deutschland undenkbar wäre). Dabei bekommt der Studierende eine Beihilfe und ein Darlehen (das Darlehen muss, anders als die Beihilfe, in 25 Jahren, spätestens bis zum 60.Lebensjahr, zurück gezahlt werden). Die Unterstützung wird maximal 240 Studienwochen lang gezahlt. Darüber hinaus gibt es eine gut organisierte Erwachsenenbildung, an der 2005/2006 fast 300000 Einwohner teilgenommen haben.
Schweden wird oftmals als Wohlfahrtsstaat bezeichnet, da es ein hohes Maß an sozialer Sicherheit und Fürsorge aufwies. Das änderte sich mit einer Wirtschaftskrise in den neunziger Jahre. Heute sind die Entwicklungen weitaus schlechter, liegen jedoch noch immer über dem europäischen Durchschnitt.
Schweden ist zwar Teil der EU, hat aber den Euro in einer Volksabstimmung abgelehnt, vor 2013 wird es keine weitere Abstimmung geben. Außerdem gilt Schweden als eines der demokratischsten Länder der Welt und hatte bis 1990 auch die Kretsche zwischen Marktwirtschaft und Sozialismus einigermaßen geschafft. Die Arbeitslosenquote beträgt 4,9 Prozent (doch die Zahl ist umstritten, da viele Arbeitslose in anderen Sparten eingeordnet werden, dies soll sich in Zukunft jedoch ändern).
Leider gibt es auch in Schweden einen großen Anteil ausländerfeindlicher Neonazis. In den letzten Jahren hat es weitaus mehr als 16 Morde gegeben, die Gewalt richtet sich auch gegen Politiker und Juristen und wird durch das Öffentlichkeitsprinzip in Schweden (jeder kann sich Informationen beschaffen, die er haben will) gefördert.
(Alle Informationen von Tante Wiki)
In diesem Jahr fiel Schweden bei der Weltmeisterschaft leider schon in der Vorrunde raus (wir berichteten) und landete bei der Sommerolympiade nur auf Platz 56. Die Schweden gewannen keine Goldmedaille, 5 Silbermedaillen und eine Bronzemedaille.
Dafür ist Schweden zumindest in einem anderen gesellschaftlichen Sektor ein Vorreiter. Schweden führte schon Mitte der Neunziger Jahre die gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft ein, die einer Ehe fast gleichgestellt ist (anders als in Deutschland). Außerdem besitzen homosexuelle Paare das Recht, Kinder zu adoptieren, auch schwedische Kinder (anders als in Deutschland, wo höchstens Auslandsadoptionen möglich sind). Und lesbische Paare dürfen sich künstlich befruchten lassen, während das in Deutschland weiterhin nur zeugungsunfähigen Heteropärchen gestattet ist.
Schweden – das Traumland? Ja, für mich schon. Schweden bietet vieles, was mir in Deutschland fehlt. Natürlich gibt es in Schweden ganz sicher ebenso viele Probleme wie bei uns, trotzdem glaube ich, dass ich im hohen Norden besser aufgehoben wäre. Umso mehr freue ich mich also auf meinen Schwedenurlaub, der hoffentlich nach meinem Studium einmal möglich sein wird
. Und damit sei meine kleine Ode an Schweden ihrem Ende entgegen geführt. Adieu, die Robbe
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