Der beste Grund, doch wieder Facebook-Mitglied zu werden, heißt mediacampus. Eine Woche und man fühlt sich von der Welt abgeschnitten, als hätte man vierzig Jahre auf einer einsamen Insel verbracht, ohne jegliche Kontakte zur Außenwelt. Ab und an mal mehr oder weniger gutes Internet, aber keine Zeitung, wenn man nicht eine Viertelstunde bis zum nächsten Zeitungskiosk laufen will, Fernsehen ist permanent für DVD- oder Serienabende besetzt. Ich glaube, die Welt könnte untergehen und wir würden es hier nicht einmal merken.
Als ich vor einigen Monaten gelesen habe, der Campus sei eine kleine Welt für sich, hätte ich nie für möglich gehalten, dass es wirklich so ist, immerhin befinden wir uns hier in Frankfurt am Main, einer der größten Städte Deutschlands. Doch was wir sehen, ist eine Skyline und um uns herum sonst nur Grün. Der Campus ist abgeschnitten von einer Welt, die ich gar nicht kenne und so kommt man sich hier manchmal ein wenig verlassen vor.
Allerdings versuche ich das zurzeit noch zu genießen, denn auf Arbeit ist der Notstand ausgebrochen und wenn ich nach Hause komme, wird wohl nix mehr werden mit Ruhe und Frieden. Hier ist es durch das Fehlen der halben Schülerbelegschaft so ruhig, dass man sogar einen Spatz furzen hören könnte, wenn nicht das Klappern meiner Tastatur es übertönen würde. Und ich brauche mich nur zur Seite zu drehen, um auf Grün zu blicken, Wiese, Wald und Feld, mehr nicht. Wenn ich nicht lernen müsste, nicht soviele Leute um mich herum wären, und ein bißchen Meer greifbar wäre, es wäre beinahe wie Urlaub.
Blöd nur, dass ich trotzdem gerne zuhause wäre, in meinem kleinen Zimmer mitten in Görlitz, von Straßenlärm und Autoausdünstungen umgeben. Hach, wäre das jetzt schön…
Hmm, kein Konjunktiv… heißt das, du bist jetzt wieder bei Facebook?
Nein, ich verdumme hier nur so zusehends, dass ich nicht mehr an einen Konjunktiv gedacht habe